Schnittdatenrechner: Drehzahl und Vorschub berechnen
Katalognummer eingeben, Werkstoff wählen, Durchmesser eintragen – und Sie erhalten Drehzahl, Vorschub und Vorschubgeschwindigkeit. Die Werte stammen direkt aus den Schnittdatenblättern der Hersteller, nicht aus allgemeinen Faustformeln.
Über 800 Werkzeuge hinterlegt|Herstellerwerte statt Richtwerte|Bohren, Fräsen, Senken, Reiben, Gewinde
Alle Schnittdatenblätter|Beratung durch die Anwendungstechnik
Mit dem Schnittdatenrechner berechnen Sie Drehzahl, Vorschub und Vorschubgeschwindigkeit für Ihr Werkzeug in wenigen Sekunden. Sie geben die Katalognummer ein, wählen den Werkstoff und tragen den Durchmesser ein – den Rest übernimmt der Rechner.
Der Unterschied zu allgemeinen Rechnern liegt in den Daten: Wir rechnen nicht mit Faustformeln, sondern mit den Werten aus den Schnittdatenblättern der Hersteller. Hinterlegt sind über 800 Werkzeuge der Precitool-Marken PRETEC und PREMUS sowie Datenblätter von MIKRON, HAIMER, EMUGE und weiteren Herstellern. Jede Berechnung nennt die Quelle, und das Original-Datenblatt ist direkt verlinkt.
Abgedeckt sind Bohren, Fräsen, Senken, Reiben und Gewindeschneiden. Je nach Datenblatt berücksichtigt der Rechner den Vorschub-Code, den Eingriff mit Frästiefe und Fräsbreite, die Zähnezahl oder die Werkzeuggröße bei Stufenbohrern. Wo der Hersteller Bereiche angibt, erhalten Sie auch das Ergebnis als Bereich – inklusive Hinweis, worauf bei der Anwendung zu achten ist.
Alle Werte sind Richtwerte des Herstellers für stabile Bedingungen und an Maschine, Aufspannung, Kühlung und Werkzeugzustand anzupassen. Sie suchen ein bestimmtes Datenblatt oder brauchen Unterstützung bei der Auslegung? Nutzen Sie die Übersicht der Schnittdatenblätter oder sprechen Sie unsere Anwendungstechnik an.
Schnittdaten berechnen: die Formeln
Drehzahl n
n = vc × 1000 / (π × d)
n in U/min, vc in m/min, d in mm. Die Schnittgeschwindigkeit gibt der Hersteller je Werkstoff vor, der Durchmesser ist der des Werkzeugs.
Vorschubgeschwindigkeit vf
vf = f × n bzw. vf = fz × z × n
vf in mm/min. Beim Bohren und Drehen rechnen Sie mit dem Vorschub je Umdrehung f, beim Fräsen mit dem Vorschub je Zahn fz und der Zähnezahl z.
Schnittgeschwindigkeit vc
vc = π × d × n / 1000
Die Gegenrechnung: Sie zeigt, welche Schnittgeschwindigkeit sich bei einer fest eingestellten Drehzahl tatsächlich ergibt.
Alle Schnittdaten hängen an zwei Angaben des Herstellers: der Schnittgeschwindigkeit für den jeweiligen Werkstoff und dem Vorschub für den jeweiligen Durchmesser. Aus beiden ergeben sich Drehzahl und Vorschubgeschwindigkeit, die Sie an der Maschine einstellen.
Beispiel Bohren
Ein HSS-Spiralbohrer mit Ø 8 mm soll in allgemeinen Baustahl bis 500 N/mm² bohren. Das Datenblatt nennt vc = 27 m/min und für diesen Durchmesser f = 0,125 mm/U. Daraus folgt n = 27 × 1000 / (π × 8) ≈ 1.074 U/min und vf = 0,125 × 1.074 ≈ 134 mm/min.
Beispiel Fräsen
Ein VHM-Fräser mit Ø 8 mm und zwei Schneiden bearbeitet denselben Werkstoff bei schmalem Eingriff. Das Datenblatt nennt vc = 320 m/min und fz = 0,080 mm je Zahn. Das ergibt n = 320 × 1000 / (π × 8) ≈ 12.732 U/min und vf = 0,080 × 2 × 12.732 ≈ 2.037 mm/min. Ändert sich der Eingriff hin zur Vollnut, sinken sowohl vc als auch fz deutlich.
Worauf Sie achten sollten
Steht Ihr Durchmesser nicht in der Tabelle, rechnet der Schnittdatenrechner die Drehzahl für Ihren Wert, nimmt den Vorschub aber aus der nächstkleineren Stufe. Das ist die vorsichtige Auslegung und wird im Ergebnis ausgewiesen.
Beim Gewindebohren entfällt der Vorschub als eigene Angabe, dort entspricht er der Steigung: vf = P × n. Bei Fas- und Radienwerkzeugen zählt nicht der Nenndurchmesser, sondern der effektive Durchmesser im Eingriff; einige Datenblätter geben ihn als deff mit an.
Die berechneten Werte sind Richtwerte für stabile Bedingungen. Bei langen Werkzeugen, instabiler Aufspannung oder ohne Kühlschmierung beginnen Sie besser mit reduzierten Werten und tasten sich heran.
Schnittdaten nach Bearbeitung
Schnittdaten fürs Bohren
Der Werkstoff bestimmt Schnittgeschwindigkeit und Vorschubreihe, der Bohrerdurchmesser den Vorschub je Umdrehung. Der Rechner kennt die Vorschub-Codes der Datenblätter und zeigt Ihnen zusätzlich die komplette Reihe über alle Durchmesser. Für Stufenbohrer wählen Sie Größe und Stufendurchmesser.
Zum Sortiment →Schnittdaten fürs Fräsen
Beim Fräsen zählt der Vorschub je Zahn, deshalb geben Sie zusätzlich die Zähnezahl ein. Viele Datenblätter unterscheiden nach Eingriff, also nach Frästiefe Ap und Fräsbreite Ae. Vollnutfräsen und schmales Besäumen führen zu deutlich unterschiedlichen Werten, beides können Sie direkt vergleichen.
Zum Sortiment →Schnittdaten für Gewindewerkzeuge
Gewindebohrer und Gewindeformer arbeiten mit einem festen Zusammenhang: Der Vorschub entspricht der Steigung. Deshalb nennen die Datenblätter nur die Schnittgeschwindigkeit, häufig als Bereich und nach ISO-Werkstoffgruppen gegliedert. Der Rechner liefert daraus den Drehzahlbereich für Ihren Nenndurchmesser.
Zum Sortiment →Schnittdaten fürs Senken und Entgraten
Senker laufen mit deutlich niedrigeren Drehzahlen als Bohrer gleichen Durchmessers, sonst leidet die Oberfläche. Die Datenblätter arbeiten mit Vorschubreihen je Werkstoff, teils als Bereich. Maßgeblich ist der Senkerdurchmesser, nicht der Durchmesser der vorhandenen Bohrung.
Zum Sortiment →Schnittdaten fürs Reiben
Beim Reiben geht es um Maß und Oberfläche, entsprechend niedrig liegen die Schnittgeschwindigkeiten. Die Durchmesser stehen in den Datenblättern oft als Bereich, etwa „über 8,00 bis 12,00 mm“. Der Rechner ordnet Ihren Wert dem passenden Bereich zu und weist das im Ergebnis aus.
Zum Sortiment →Werkstoffgruppen und Richtwerte
Die Schnittgeschwindigkeit hängt vor allem vom Werkstoff ab. Deshalb beginnt jede Berechnung mit der Auswahl des Werkstoffs, nicht mit dem Werkzeug. Die Datenblätter gliedern das auf zwei Arten: entweder nach Werkstoffbezeichnung und Festigkeit, etwa „allgemeine Baustähle bis 500 N/mm²“, oder nach den ISO-Hauptgruppen P bis H.
Im Rechner erscheinen nur die Werkstoffe, für die der Hersteller für dieses Werkzeug tatsächlich Werte nennt. Fehlt Ihr Werkstoff in der Liste, ist das Werkzeug dafür nicht vorgesehen. Dann lohnt der Blick auf eine andere Sorte oder ein kurzer Anruf bei unserer Anwendungstechnik.
Die ISO-Hauptgruppen im Überblick
| ISO | Werkstoffe | Typisch für die Zerspanung |
|---|---|---|
| P | Stahl, unlegiert bis hochlegiert, Stahlguss | gut beherrschbar; mit steigender Festigkeit sinkt die Schnittgeschwindigkeit |
| M | rostfreie Stähle, ferritisch bis austenitisch | neigt zu Kaltverfestigung und langen Spänen; gleichmäßiger Vorschub ist wichtig |
| K | Gusseisen, Grauguss und Sphäroguss | kurzspanend, aber abrasiv; höhere Schnittgeschwindigkeiten als bei Stahl möglich |
| N | Aluminium, Kupfer, Messing, Bronze, Kunststoffe | sehr hohe Schnittgeschwindigkeiten, oft mehrere hundert bis über 1.000 m/min |
| S | Titan, Nickelbasis wie Inconel, Hastelloy, CrCo | niedrige Schnittgeschwindigkeiten, hohe Anforderungen an Kühlung und Stabilität |
| H | gehärtete Stähle, meist ab 45 HRC | kleine Vorschübe, spezielle Sorten und Geometrien nötig |
Richtwerte richtig einordnen
Schnittdaten sind Empfehlungen für stabile Bedingungen: ausreichend steife Maschine, kurze Auskragung, saubere Spannung und wirksame Kühlschmierung. Weicht Ihre Situation davon ab, verschiebt sich das Fenster. Bei Bereichsangaben starten Sie im unteren Drittel und steigern, solange Spanbild, Geräusch und Standzeit mitspielen.
Die Festigkeitsangabe ist dabei genauso wichtig wie der Werkstoffname. Derselbe Stahl in 500 und in 1.000 N/mm² steht in den Datenblättern in zwei Zeilen mit deutlich unterschiedlichen Werten. Wenn Sie die Festigkeit nicht kennen, wählen Sie die höhere Stufe, das ist die sichere Seite.
Häufige Fragen zum Schnittdatenrechner
Wie berechne ich die Drehzahl aus der Schnittgeschwindigkeit?
Die Drehzahl ergibt sich aus n = vc × 1000 / (π × d). Dabei ist vc die Schnittgeschwindigkeit in m/min und d der Werkzeugdurchmesser in mm. Ein Bohrer mit Ø 8 mm bei 27 m/min läuft also mit rund 1.074 U/min. Der Schnittdatenrechner übernimmt die Schnittgeschwindigkeit direkt aus dem Datenblatt des Herstellers.
Was ist der Unterschied zwischen f und fz?
f ist der Vorschub je Umdrehung in mm/U und wird beim Bohren, Senken und Reiben verwendet. fz ist der Vorschub je Zahn in mm und gilt beim Fräsen. Für die Vorschubgeschwindigkeit rechnen Sie beim Bohren vf = f × n, beim Fräsen vf = fz × z × n mit der Zähnezahl z.
Mein Durchmesser steht nicht in der Tabelle – was nun?
Sie können jeden Durchmesser eingeben. Der Rechner ermittelt die Drehzahl für Ihren exakten Wert und nimmt den Vorschub aus der nächstkleineren Tabellenstufe. Das ist die vorsichtige Auslegung und wird im Ergebnis ausdrücklich angezeigt. Liegt der Wert außerhalb des Tabellenbereichs, erhalten Sie einen Hinweis statt eines Ergebnisses.
Warum fehlt mein Werkstoff in der Auswahl?
Angezeigt werden nur Werkstoffe, für die der Hersteller für dieses Werkzeug Schnittdaten angibt. Fehlt ein Werkstoff, ist das Werkzeug dafür nicht vorgesehen. In diesem Fall lohnt sich ein anderes Werkzeug oder eine Anfrage bei unserer Anwendungstechnik.
Welche Werkzeuge sind im Schnittdatenrechner hinterlegt?
Hinterlegt sind über 800 Werkzeuge der Precitool-Marken PRETEC und PREMUS sowie Datenblätter von MIKRON, HAIMER, EMUGE und weiteren Herstellern – zum Bohren, Fräsen, Senken, Reiben und Gewindeschneiden. Datenblätter mit Sonderaufbau werden als Originaltabelle angezeigt, einige weitere sind als Herstellerdatenblatt verlinkt.
Wie finde ich die passende Katalognummer?
Die Katalognummer entspricht den ersten sechs Stellen der Artikelnummer. Bei Artikel 100010 1232 geben Sie also 100010 ein. Sie können aber auch die vollständige Artikelnummer, den Hersteller oder die Produktlinie in das Suchfeld eintippen.
Wie berechne ich den Vorschub beim Gewindebohren?
Beim Gewindebohren und Gewindeformen entspricht der Vorschub je Umdrehung der Steigung P des Gewindes. Die Vorschubgeschwindigkeit ist daher vf = P × n. Die Datenblätter nennen für Gewindewerkzeuge nur die Schnittgeschwindigkeit, der Rechner liefert daraus die Drehzahl.
Sind die berechneten Werte verbindlich?
Nein. Die Werte sind Richtwerte des Herstellers für stabile Bedingungen. Maschine, Aufspannung, Auskraglänge, Kühlung und Werkzeugzustand beeinflussen die optimalen Schnittdaten. Bei Bereichsangaben empfiehlt sich der Start im unteren Drittel. Für die Auslegung im Einzelfall steht unsere Anwendungstechnik zur Verfügung.
Schnittdaten passen nicht zu Ihrer Anwendung?
Instabile Aufspannung, lange Auskragung, schwieriger Werkstoff oder ein Werkzeug ohne Datenblatt – wir legen Drehzahl und Vorschub gemeinsam für Ihr Bauteil aus, statt nur den Katalogwert zu nennen.