ISO-Passungsrechner nach ISO 286 – Toleranzen für Bohrung und Welle berechnen
Grenzabmaße, Höchst- und Mindestmaße sowie Spiel oder Übermaß für jede Passung ermitteln, zum Beispiel H7/g6, H7/h6 oder H7/p6. Dazu die passenden Reibahlen, Lehren und Messmittel im Güldner-Shop und Beratung durch unsere Anwendungstechnik in Karlsruhe, Pforzheim und im Enzkreis.
Bohrung & Welle|Spiel-, Übergangs- & Presspassung|Nennmaße bis 500 mm|kostenlos nutzbar
Ergebnis
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Werte vor der Verwendung gegen eine offizielle ISO-286-Tabelle gegenprüfen. Details und Hinweise unten.
| Teil | Toleranzklasse | Oberes Abmaß | Unteres Abmaß | Höchstmaß | Mindestmaß | Toleranz |
|---|
Ob Lagersitz, Führungsbuchse oder aufgepresstes Zahnrad: Wie fest zwei Bauteile zusammensitzen, legt die Passung fest. Das ISO-Toleranzsystem nach ISO 286 beschreibt dafür mit Buchstabe und Zahl, wo das Toleranzfeld liegt und wie groß es ist. Großbuchstaben stehen für Bohrungen, Kleinbuchstaben für Wellen. Der Passungsrechner liefert zu jeder gängigen Kombination wie H7/g6, H7/k6 oder H7/p6 die Abmaße, Höchst- und Mindestmaße und zeigt, ob eine Spiel-, Übergangs- oder Übermaßpassung entsteht.
In der Praxis wird meist nach dem System Einheitsbohrung gearbeitet: Die Bohrung erhält das Grundabmaß H, sehr häufig H7, und die gewünschte Passung wird über die Welle festgelegt. So kommen Sie mit weniger Werkzeugen und Lehren aus. H7-Bohrungen fertigen Sie prozesssicher mit Maschinenreibahlen, Drehzahl und Vorschub dafür liefert unser Schnittdatenrechner. Für Gewindebohrungen finden Sie die passenden Bohrmaße in den Kernlochtabellen.
Ob die gefertigten Teile in der Toleranz liegen, prüfen Sie mit Grenzlehrdornen und Grenzrachenlehren aus unserem Sortiment Endmaße und Lehren oder mit Mikrometern. Wer die ISO-Toleranzen direkt an der Maschine ablesen möchte, greift zum ISO-Toleranzanzeiger Tolerator: Er zeigt über 6400 Toleranzwertpaare bis Nennmaß 500 mm auf einen Blick, ganz ohne Rechner oder Tabellenbuch.
Sie sind unsicher, welche Passung zu Ihrem Bauteil passt oder wie Sie eine enge Toleranz wirtschaftlich fertigen? Unsere Anwendungstechnik berät Betriebe in Karlsruhe, Pforzheim und im Enzkreis persönlich, von der Werkzeugauswahl bis zur passenden Messtechnik. Jetzt Beratung anfragen
Gängige Passungen und ihre Anwendung
Die folgenden Passungen im System Einheitsbohrung decken den Großteil der Anwendungen im Maschinenbau ab. Sortiert von der festesten Übermaßpassung bis zur groben Spielpassung. Die genauen Abmaße für Ihr Nennmaß berechnen Sie mit dem Passungsrechner oben auf dieser Seite.
| Passung | Passungsart | Typische Anwendung | Fügen |
|---|---|---|---|
| H7/s6 | Übermaßpassung, schwerer Presssitz | Dauerhafte Verbindungen ohne zusätzliche Sicherung, z. B. Bronzebuchsen in Naben, Kupplungen auf Wellenenden | Einpressen mit hoher Kraft oder Schrumpfen/Dehnen |
| H7/r6 | Übermaßpassung, Presssitz | Lagerbuchsen in Gehäusen, Zahnkränze auf Radkörpern | Einpressen oder Erwärmen der Bohrung |
| H7/p6 | Übermaßpassung, leichter Presssitz | Buchsen und Ringe, die sicher sitzen, aber noch demontierbar sein sollen | Einpressen mit der Presse |
| H7/n6 | Übergangspassung, sehr fest | Zahnräder und Kupplungen auf Wellen, meist mit Passfeder | Einpressen |
| H7/m6 | Übergangspassung, fest | Zahnräder, Riemenscheiben und Hebel, die selten demontiert werden | Handpresse oder Hammer |
| H7/k6 | Übergangspassung, Haftsitz | Riemenscheiben, Kupplungen und Zahnräder mit Passfeder, die gelegentlich getauscht werden | Kunststoffhammer |
| H7/js6 | Übergangspassung, leicht | Häufig zu demontierende Teile wie Handräder oder Wechselräder | Leichte Hammerschläge oder von Hand |
| H7/h6 | Spielpassung, Schiebesitz | Stellringe, Zentrierungen, verschiebbare Teile ohne Laufbewegung | Geschmiert von Hand schiebbar |
| H7/g6 | Spielpassung, Gleitsitz | Schieberäder, Kupplungsscheiben, genaue Führungen mit geringem Spiel | Von Hand, leicht beweglich |
| H8/f7 | Spielpassung, Laufsitz | Gleitlager für drehende Wellen, Kolben in Zylindern | Von Hand, spürbares Spiel |
| H8/e8 | Spielpassung, weiter Laufsitz | Mehrfach gelagerte Wellen, Lager mit Temperaturschwankungen | Von Hand, deutliches Spiel |
| H11/d11 | Spielpassung, grob | Hebellagerungen, Landmaschinen, Teile mit großem Spiel und geringen Genauigkeitsanforderungen | Von Hand, sehr leicht |
Die Beispiele sind typische Anwendungen aus der Praxis. Maßgeblich für die Wahl der Passung sind immer Konstruktion, Belastung und Werkstoffpaarung. Für Wälzlager gelten eigene Empfehlungen des Lagerherstellers. Ob Spiel oder Übermaß im Einzelfall passt, prüfen Sie am besten mit unserer Anwendungstechnik.
Grundlagen: Passungsarten und Passungssysteme
Eine Passung beschreibt, wie Bohrung und Welle mit demselben Nennmaß zusammenwirken. Entscheidend ist die Lage der beiden Toleranzfelder zueinander: Daraus ergibt sich, ob immer Spiel bleibt, ob die Teile immer klemmen oder ob beides möglich ist.
Spielpassung
Die Welle ist immer kleiner als die Bohrung, auch im ungünstigsten Fall bleibt Spiel. Die Teile lassen sich von Hand fügen und gegeneinander bewegen, drehen oder verschieben.
Typisch: H7/h6, H7/g6, H8/f7 für Führungen, Gleit- und Laufsitze.
Übergangspassung
Die Toleranzfelder überschneiden sich. Je nach tatsächlichem Maß der Teile entsteht Spiel oder ein leichtes Übermaß. Gut zum genauen Zentrieren von Teilen, die sich noch demontieren lassen sollen.
Typisch: H7/js6, H7/k6, H7/n6, Drehmoment meist über Passfeder.
Übermaßpassung
Die Welle ist immer größer als die Bohrung. Beim Fügen entsteht eine Pressung, die Kräfte und Drehmomente reibschlüssig überträgt. Gefügt wird durch Einpressen, Erwärmen der Bohrung oder Unterkühlen der Welle.
Typisch: H7/p6, H7/r6, H7/s6 für Buchsen, Zahnkränze und Naben.
System Einheitsbohrung
Alle Bohrungen erhalten das Grundabmaß H, das untere Abmaß ist also null. Die gewünschte Passung wird allein über die Toleranz der Welle festgelegt. Das spart Reibahlen und Lehrdorne, weil für jedes Nennmaß meist ein Werkzeug reicht. Im Maschinenbau ist das der Standard.
Maschinenreibahlen im Shop →System Einheitswelle
Alle Wellen erhalten das Grundabmaß h, das obere Abmaß ist null. Die Passung wird über die Bohrung festgelegt. Sinnvoll, wenn eine durchgehende Welle aus gezogenem Blankstahl mehrere Teile mit unterschiedlichen Sitzen trägt, etwa in Fördertechnik oder Landmaschinen.
Lehren und Endmaße im Shop →So lesen Sie eine Angabe wie Ø25 H7/g6
25 ist das Nennmaß in mm, gleich für Bohrung und Welle.
H und g geben die Lage des Toleranzfeldes zur Nulllinie an, groß für die Bohrung, klein für die Welle.
7 und 6 sind die Toleranzgrade IT7 und IT6. Je kleiner die Zahl, desto enger die Toleranz. Beispiel: Ø25 H7 bedeutet eine Bohrung von 25,000 bis 25,021 mm.
ISO-Toleranzanzeiger Tolerator →Häufige Fragen zu ISO-Passungen
Was ist eine Passung nach ISO 286?
Eine Passung beschreibt, wie eine Bohrung und eine Welle mit demselben Nennmaß zusammenwirken. Die ISO 286 legt dafür ein einheitliches System fest: Ein Buchstabe gibt die Lage des Toleranzfeldes zur Nulllinie an, eine Zahl den Toleranzgrad. Großbuchstaben stehen für Bohrungen, Kleinbuchstaben für Wellen. Aus der Kombination beider Toleranzfelder ergibt sich, ob Spiel, Übermaß oder beides möglich ist.
Was bedeutet H7/g6?
H7 ist die Toleranzklasse der Bohrung: Grundabmaß H, also unteres Abmaß null, und Toleranzgrad IT7. g6 ist die Toleranzklasse der Welle: Das Toleranzfeld liegt knapp unterhalb der Nulllinie, der Toleranzgrad ist IT6. Zusammen ergibt das eine enge Spielpassung, den sogenannten Gleitsitz, zum Beispiel für Schieberäder oder genaue Führungen.
Wie groß ist die Toleranz bei H7?
Das hängt vom Nennmaß ab, denn die Toleranz wächst mit dem Durchmesser. Bei H7 liegt das untere Abmaß immer bei null, das obere Abmaß entspricht dem Toleranzgrad IT7. Beispiele: über 10 bis 18 mm sind es 0 bis +18 µm, über 18 bis 30 mm 0 bis +21 µm und über 30 bis 50 mm 0 bis +25 µm. Den genauen Wert für Ihr Nennmaß zeigt der Passungsrechner oben auf dieser Seite.
Was ist der Unterschied zwischen Spiel-, Übergangs- und Übermaßpassung?
Bei einer Spielpassung ist die Welle immer kleiner als die Bohrung, die Teile bleiben beweglich. Bei einer Übermaßpassung ist die Welle immer größer, die Teile werden eingepresst oder durch Erwärmen bzw. Unterkühlen gefügt und übertragen Kräfte reibschlüssig. Bei einer Übergangspassung überschneiden sich die Toleranzfelder, je nach Istmaß entsteht Spiel oder ein leichtes Übermaß.
Einheitsbohrung oder Einheitswelle – was ist besser?
Im Maschinenbau ist das System Einheitsbohrung der Standard. Alle Bohrungen erhalten das Grundabmaß H, die Passung wird über die Welle festgelegt. Das spart Reibahlen und Lehrdorne. Das System Einheitswelle lohnt sich vor allem, wenn eine durchgehende Welle aus gezogenem Blankstahl mehrere Teile mit unterschiedlichen Sitzen trägt.
Wie fertige ich eine H7-Bohrung?
H7-Bohrungen werden in der Regel vorgebohrt und anschließend gerieben, alternativ feingebohrt oder geschliffen. Wie viel Aufmaß zum Reiben stehen bleiben soll, hängt von Durchmesser, Werkstoff und Reibahle ab, beachten Sie dazu die Angaben des Werkzeugherstellers. Passende Maschinenreibahlen finden Sie in unserem Shop, Drehzahl und Vorschub liefert unser Schnittdatenrechner. Bei engen Toleranzen in der Serie unterstützt Sie unsere Anwendungstechnik bei der Auslegung von Verfahren und Werkzeug.
Wie prüfe ich, ob eine Passung eingehalten ist?
Bohrungen prüfen Sie mit einem Grenzlehrdorn: Die Gutseite muss sich einführen lassen, die Ausschussseite nicht. Wellen prüfen Sie entsprechend mit einer Grenzrachenlehre. Wer Istmaße dokumentieren muss, misst mit Innenmessgerät oder Bügelmessschraube. Gemessen wird bei einer Bezugstemperatur von 20 °C, da sich Werkstück und Messmittel sonst durch Wärme ausdehnen.
Sind die Werte des Passungsrechners verbindlich?
Nein. Die Werte sind sorgfältig nach ISO 286 hinterlegt und gelten für Nennmaße bis 500 mm, ersetzen aber nicht die Norm. Gleichen Sie die Abmaße vor Fertigung, Werkzeugauswahl und Prüfung immer mit einer offiziellen Tabelle ab, also der DIN EN ISO 286-2 oder einem aktuellen Tabellenbuch. Maßgeblich ist stets die Zeichnung.
Enge Toleranzen prozesssicher fertigen?
Reiben, Feinbohren oder Spindeln, Einzelteil oder Serie: Wir legen mit Ihnen Fertigungsverfahren, Werkzeug und Schnittdaten so aus, dass Ihre H7-Bohrung zuverlässig im Maß bleibt – bei stabiler Standzeit und ohne Nacharbeit.