Härtevergleichstabelle – HRC, HB und HV umrechnen

Rockwell, Brinell, Vickers und Zugfestigkeit auf einen Blick: Härtewert eingeben und sofort die Vergleichswerte der anderen Skalen ablesen. Dazu die komplette Vergleichstabelle, Hinweise zur Zerspanung harter Werkstoffe und Beratung durch unsere Anwendungstechnik in Karlsruhe, Pforzheim und im Enzkreis.

HRC, HRB, HB & HV|Zugfestigkeit in N/mm²|80 bis 650 HV|kostenlos nutzbar

Vergleichswerte

Ob Werkstoffzeugnis, Zeichnungsangabe oder Datenblatt: Härtewerte begegnen einem in unterschiedlichen Skalen. Die eine Angabe steht in Rockwell (HRC), die andere in Brinell (HB), das Prüfprotokoll in Vickers (HV). Weil jedes Verfahren mit einem anderen Eindringkörper und einer anderen Prüfkraft arbeitet, lassen sich die Werte nicht einfach über eine Formel umrechnen. Die Härtevergleichstabelle stellt die Skalen deshalb nebeneinander, von weichem Baustahl mit 80 HV bis zu gehärtetem Stahl mit 650 HV, ergänzt um die abgeschätzte Zugfestigkeit in N/mm².

Für die Zerspanung ist die Härte einer der wichtigsten Kennwerte überhaupt. Sie bestimmt, welche Schneidstoffsorte und Geometrie sich eignen, welche Schnittgeschwindigkeit möglich ist und wie lange das Werkzeug hält. Schnittdatenempfehlungen der Hersteller beziehen sich deshalb immer auf eine Referenzhärte, meist in HB angegeben. Mit dem Umrechner bringen Sie Ihren Werkstoff schnell auf dieselbe Skala und berechnen Drehzahl und Vorschub anschließend im Schnittdatenrechner.

Ab etwa 45 HRC spricht man von gehärtetem Stahl. Hier stoßen Standardwerkzeuge schnell an ihre Grenzen, gefragt sind Hartbearbeitungssorten aus Hartmetall oder CBN. Eine große Auswahl dafür finden Sie bei unserem Partner Sandvik Coromant. Wer nach dem Härten noch eine enge Passung einhalten muss, findet die Toleranzen im ISO-Passungsrechner.

Sie müssen einen harten oder schwer zerspanbaren Werkstoff wirtschaftlich bearbeiten? Unsere Anwendungstechnik unterstützt Betriebe in Karlsruhe, Pforzheim und im Enzkreis persönlich bei der Wahl von Fertigungsverfahren, Werkzeug und Schnittdaten. Jetzt Beratung anfragen

Härtevergleichstabelle: Vickers, Brinell, Rockwell und Zugfestigkeit

Jede Zeile zeigt Härtewerte, die einander ungefähr entsprechen. Suchen Sie Ihren Wert in der passenden Spalte und lesen Sie die Vergleichswerte in derselben Zeile ab – zum Beispiel HRC in HB oder HV in HRC. Liegt Ihr Wert zwischen zwei Zeilen, rechnet der Umrechner oben auf dieser Seite den Zwischenwert für Sie aus. Alle Werte nach Herstellerangaben, gültig für unlegierte und niedriglegierte Stähle.

Vickers HVBrinell HBRockwell HRCRockwell HRBZugfestigkeit N/mm²
8076,0––255
8580,7–41,0270
9085,5–48,0285
9590,2–52,0305
10095,0–56,2320
110105–62,3350
120114–66,7385
130124–71,2415
140133–75,0450
150143–78,7480
160152–81,7510
170162–85,0545
180171–87,5575
190181–89,5610
200190–91,5640
205195–92,5660
210199–93,5675
215204–94,0690
220209–95,0705
225214–96,0720
230219–96,7740
24022820,398,1770
25023822,299,5800
25524223,1–820
26024724,0(101)835
26525224,8–850
27025725,6(102)865
28026627,1–900
29027628,5(105)930
29528029,2–950
30028529,8–965
31029531,0–995
32030432,2–1030
33031433,3–1060
34032334,4–1095
35033335,5–1125
36034236,6–1155
37035237,7–1190
38036138,8–1220
39037139,8–1255
40038040,8–1290
41039041,8–1320
42039942,7–1350
43040943,6–1385
44041844,5–1420
46043746,1–1485
480–47,7–1555
490–48,4–1595
500–49,1–1630
510–49,8–1665
520–50,5–1700
530–51,1–1740
540–51,7–1775
550–52,3–1810
560–53,0–1845
570–53,6–1880
580–54,1–1920
590–54,7–1955
600–55,2–1995
610–55,7–2030
620–56,3–2070
630–56,8–2105
640–57,3–2145
650–57,8–2180

– Für diesen Bereich ist die Skala nicht definiert. Brinell endet hier bei 460 HV, Rockwell C beginnt erst bei rund 20 HRC, darunter wird Rockwell B verwendet.
( ) Werte in Klammern liegen außerhalb des üblichen Anwendungsbereichs der Skala und dienen nur als Anhaltswert.
Die Zugfestigkeit ist aus der Härte abgeschätzt. Härtewerte verschiedener Prüfverfahren sind nur näherungsweise vergleichbar, verbindlich ist immer die Messung mit dem vorgeschriebenen Verfahren.

Grundlagen: So funktionieren Brinell, Vickers und Rockwell

Alle drei Verfahren messen, wie stark sich ein Werkstoff gegen das Eindringen eines harten Prüfkörpers wehrt. Sie unterscheiden sich im Eindringkörper, in der Prüfkraft und darin, ob die Größe oder die Tiefe des Eindrucks gemessen wird. Deshalb gibt es keine exakte Formel zwischen den Skalen, sondern nur Vergleichstabellen.

Brinell (HB, HBW)

Eine Hartmetallkugel wird mit festgelegter Kraft in die Oberfläche gedrückt, gemessen wird der Durchmesser des Eindrucks. Der große Eindruck mittelt über das Gefüge und eignet sich deshalb gut für weiche bis mittelharte und ungleichmäßige Werkstoffe wie Gusseisen oder Baustahl.

Norm: DIN EN ISO 6506. Für sehr harte Werkstoffe nicht geeignet.

Vickers (HV)

Eine Diamantpyramide mit quadratischer Grundfläche erzeugt einen Eindruck, dessen Diagonalen unter dem Mikroskop vermessen werden. Das Verfahren deckt den gesamten Härtebereich ab, von weichen Metallen bis zu Hartmetall, und eignet sich mit kleinen Prüfkräften auch für dünne Schichten und kleine Bauteile.

Norm: DIN EN ISO 6507. Genau, aber aufwendiger in der Auswertung.

Rockwell (HRC, HRB)

Gemessen wird nicht die Größe, sondern die bleibende Eindringtiefe. Der Wert lässt sich direkt am Gerät ablesen, deshalb ist Rockwell das schnellste Verfahren in Werkstatt und Wareneingang. HRC arbeitet mit einem Diamantkegel für harte Stähle, HRB mit einer Kugel für weichere Werkstoffe.

Norm: DIN EN ISO 6508. HRC ist erst ab etwa 20 HRC sinnvoll.

Welche Skala für welchen Werkstoff?

Weiche Stähle und NE-Metalle: Brinell oder Rockwell B

Vergütete Stähle: Brinell oder Rockwell C

Gehärtete Stähle: Rockwell C

Schichten, kleine Teile, Hartmetall: Vickers

Warum Umrechnungen nur Näherungen sind

Jedes Verfahren belastet den Werkstoff anders, und Gefüge, Legierung und Wärmebehandlung beeinflussen das Ergebnis unterschiedlich stark. Vergleichstabellen, wie sie etwa die DIN EN ISO 18265 enthält, gelten deshalb nur für bestimmte Werkstoffgruppen. Für Prüfprotokolle und Abnahmen zählt immer das in der Zeichnung vorgeschriebene Verfahren.

Härte und Zugfestigkeit

Bei Stahl hängen Härte und Zugfestigkeit eng zusammen. Als grobe Faustregel liegt die Zugfestigkeit in N/mm² beim 3,2- bis 3,4-Fachen des Vickers-Werts, bei 240 HV also um 770 N/mm². Für einen Festigkeitsnachweis reicht diese Schätzung nicht, dafür gilt der Wert aus dem Zugversuch oder dem Werkstoffzeugnis.

Härte und Zerspanung: Referenzhärten der Werkstoffgruppen

Werkzeughersteller teilen die Werkstoffe für die Zerspanung in die sechs ISO-Gruppen P, M, K, N, S und H ein. Für jede Gruppe gilt eine Referenzhärte, auf die sich die Schnittdatenempfehlungen beziehen. Weicht die Härte Ihres Werkstoffs davon ab, muss die empfohlene Schnittgeschwindigkeit angepasst werden. Referenzwerte nach Herstellerangaben:

ISOWerkstoffgruppeReferenzhärteTypische Werkstoffe
PStahl180 HBUnlegierte und niedriglegierte Stähle, Stahlguss
MRostfreier Stahl180 HBAustenitische und ferritische nichtrostende Stähle
KGrauguss220 HBGusseisen mit Lamellengraphit
KKugelgraphitguss250 HBGusseisen mit Kugelgraphit
NAluminium und NE-Metalle75 HBAluminiumlegierungen, Kupfer, Messing
SWarmfeste Superlegierungen350 HBNickel-, Kobalt- und Titanbasislegierungen
HGehärteter Stahl60 HRCGehärtete Stähle im Bereich von 45 bis 65 HRC, Hartguss

Schnittgeschwindigkeit an die Härte anpassen

Ist Ihr Werkstoff härter als die Referenz, sinkt die zulässige Schnittgeschwindigkeit, ist er weicher, steigt sie. Die empfohlene Schnittgeschwindigkeit wird dazu mit dem Faktor aus der Tabelle multipliziert. Die Spalten zeigen die Abweichung von der Referenzhärte in HB.

Werkstoff−60−40−200+20+40+60+80+100
P – Stahl (180 HB)1,441,251,111,00,910,840,770,720,67
M – Rostfreier Stahl (180 HB)1,421,241,111,00,910,840,780,730,68
K – Grauguss (220 HB)1,211,131,061,00,950,900,860,820,79
K – Kugelgraphitguss (250 HB)1,331,211,091,00,910,840,750,700,65

Beispiel: Ihr Stahl hat 240 HB, also 60 HB mehr als die Referenz von 180 HB. Der Faktor beträgt 0,77 – die empfohlene Schnittgeschwindigkeit wird mit 0,77 multipliziert, liegt also rund ein Viertel niedriger. Ist die Härte nur in HRC oder HV bekannt, rechnen Sie sie mit dem Umrechner oben zuerst in HB um. Drehzahl und Vorschub ermitteln Sie danach im Schnittdatenrechner.

Faktoren nach Herstellerangaben, als Richtwerte für den Einstieg. Die optimalen Schnittdaten hängen zusätzlich von Schneidstoff, Maschine, Aufspannung und Kühlung ab. Für schwer zerspanbare oder gehärtete Werkstoffe unterstützt Sie unsere Anwendungstechnik.

Häufige Fragen zur Härteumrechnung

Wie rechne ich HRC in HB um?

Eine exakte Formel gibt es nicht, umgerechnet wird über eine Vergleichstabelle. Suchen Sie den HRC-Wert in der Tabelle und lesen Sie in derselben Zeile den Brinell-Wert ab. Beispiel: 40,8 HRC entsprechen etwa 380 HB bzw. 400 HV. Für Zwischenwerte nutzen Sie den Umrechner oben auf dieser Seite. Oberhalb von etwa 460 HV ist Brinell nicht mehr definiert, dort bleibt nur der Vergleich mit HRC und HV.

Wie rechne ich HB in HRC um?

Ebenfalls über die Vergleichstabelle. Beachten Sie, dass Rockwell C erst ab etwa 20 HRC sinnvoll ist, das entspricht rund 228 HB. Weichere Werkstoffe werden in Rockwell B (HRB) angegeben. Ein Wert wie 180 HB lässt sich deshalb nicht sinnvoll in HRC ausdrücken, sondern nur in HRB oder HV.

Was ist der Unterschied zwischen HRC und HRB?

Beide sind Rockwell-Verfahren, messen also die Eindringtiefe. HRC arbeitet mit einem Diamantkegel und höherer Prüfkraft und ist für harte, vergütete und gehärtete Stähle gedacht. HRB arbeitet mit einer Kugel und geringerer Prüfkraft und wird für weichere Stähle und NE-Metalle verwendet. Die beiden Skalen überschneiden sich nur in einem schmalen Bereich um 20 HRC.

Wie hart ist gehärteter Stahl?

In der Zerspanung spricht man ab etwa 45 HRC von gehärtetem Stahl, üblich sind Werte von 45 bis 65 HRC. Solche Werkstoffe gehören zur ISO-Werkstoffgruppe H und erfordern Hartbearbeitungssorten aus Hartmetall oder CBN. Die Vergleichstabelle auf dieser Seite reicht bis 57,8 HRC bzw. 650 HV.

Kann man die Zugfestigkeit aus der Härte berechnen?

Nur näherungsweise. Bei Stahl liegt die Zugfestigkeit in N/mm² ungefähr beim 3,2- bis 3,4-Fachen des Vickers-Werts, bei 240 HV also um 770 N/mm². Für Festigkeitsnachweise reicht diese Schätzung nicht, dort gilt der Wert aus dem Zugversuch oder dem Werkstoffzeugnis.

Warum sind umgerechnete Härtewerte nur Näherungen?

Die Verfahren arbeiten mit unterschiedlichen Eindringkörpern und Prüfkräften und messen teils die Größe, teils die Tiefe des Eindrucks. Gefüge, Legierung und Wärmebehandlung wirken sich darauf unterschiedlich aus. Vergleichstabellen wie in der DIN EN ISO 18265 gelten deshalb nur für bestimmte Werkstoffgruppen. Verbindlich ist immer die Messung mit dem vorgeschriebenen Verfahren.

Für welche Werkstoffe gilt die Härtevergleichstabelle?

Die Werte auf dieser Seite gelten nach Herstellerangaben für unlegierte und niedriglegierte Stähle. Für Gusseisen, rostfreie Stähle, NE-Metalle, Hartmetall oder randschichtgehärtete Bauteile können die tatsächlichen Werte deutlich abweichen. In diesen Fällen sollte direkt mit dem geforderten Verfahren gemessen werden.

Warum ist die Härte für die Zerspanung so wichtig?

Die Härte bestimmt, welche Schneidstoffsorte und Geometrie passen, welche Schnittgeschwindigkeit möglich ist und wie lange das Werkzeug hält. Schnittdatenempfehlungen beziehen sich deshalb auf eine Referenzhärte, bei Stahl zum Beispiel 180 HB. Ist Ihr Werkstoff härter, sinkt die Schnittgeschwindigkeit, ist er weicher, steigt sie. Drehzahl und Vorschub berechnen Sie im Schnittdatenrechner.

Ihr Spezialist
Oliver Demel
Anwendungstechnik und Prozessoptimierung

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