Wendeschneidplatte zum Drehen richtig auswählen

Der Wendeplatten-Finder für Sandvik Coromant: Werkstoff, Bearbeitung und Bedingungen wählen, lieferbare Drehplatte und passenden Halter finden. Beratung direkt bei Ihnen in Karlsruhe, Pforzheim, dem Enzkreis und bis in die Pfalz.

Sandvik Coromant Drehplatten|Über 6.000 Artikel direkt im Shop bestellbar|Gold Partner seit 1978

Beim Drehen entscheiden fünf Punkte über Standzeit, Spankontrolle und Oberfläche: der Werkstoff, die Außen- oder Innenbearbeitung, die Plattenform, der Spanbrecher und die Sorte. Die Auswahlhilfe fragt diese Punkte der Reihe nach ab und zeigt ausschließlich Wendeschneidplatten von Sandvik Coromant. Sie folgt der Auswahllogik von CoroKey® und nutzt das aktuelle Sandvik-Lieferprogramm, das wir jeden Monat aktualisieren.

Als Ergebnis sehen Sie die passenden Wendeschneidplatten mit Bestellbezeichnung und direktem Link in den Shop, dazu die Drehhalter und Bohrstangen, die diese Platte aufnehmen. Steht Ihr Halter oder Ihre Platte schon fest, starten Sie einfach mit der Bezeichnung.

Wendeplatten-Finder Drehen

Beantworten Sie die Fragen von oben nach unten. Jede Antwort grenzt die Auswahl weiter ein; frühere Schritte können Sie jederzeit ändern.

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Auswahllogik nach Sandvik Coromant CoroKey® und Schulungshandbuch Zerspanungstechnologie, eigene Umsetzung⁠​‌​​​‌‌‌​‌​​‌‌​​​‌​​​‌​​​​‌​‌‌​‌​‌​‌​‌‌‌​‌​‌‌​‌​⁠.

Bestellbezeichnung lesen: Wendeschneidplatte und Halter

Wendeschneidplatten und Drehhalter werden nach einem einheitlichen Schlüssel bezeichnet (Auszug aus ISO 1832). Platte und Halter passen zusammen, wenn Plattenform, Freiwinkel und Plattengröße übereinstimmen. Diese drei Stellen sind unten rot markiert.

Wendeschneidplatte

C
1
N
2
M
3
G
4
09
5
03
6
08
7
-
PF
8
StelleBeispielBedeutungMögliche Werte
1CPlattenformC rhombisch 80°, D rhombisch 55°, R rund, S quadratisch, T dreieckig, V rhombisch 35°, W trigon 80°
2NFreiwinkel an der HauptschneideB 5°, C 7°, N 0°
3MToleranzen
4GPlattentypA, G, M, T (Befestigungsbohrung und Spanbrecher)
509Plattengröße = Schneidkantenlänge in mmC 06–19, D 07–15, R 06–12, S 09–19, T 06–22, V 11–16, W 06–08
603Plattendicke
708Eckenradius04 = 0,4 mm, 08 = 0,8 mm, 12 = 1,2 mm, 16 = 1,6 mm, 24 = 2,4 mm
8-PFGeometrie (Herstellerangabe)z. B. -PF = ISO P Schlichtbearbeitung, -MR = ISO M Schruppbearbeitung

Eckenradius erster Wahl für T-Max® P: Schlichten 08, mittlere Bearbeitung 08, Schruppen 12.

Werkzeughalter für die Außenbearbeitung

D
B
C
1
L
C
N
2
R
D
16
E
16
F
H
G
09
5
StelleBeispielBedeutungMögliche Werte
BDSpannsystemD RC-Spannung (Rigid Clamping), M von oben und über die Bohrung gespannt, P über die Bohrung gespannt, S über die Bohrung geschraubt
1CPlattenformwie bei der Wendeschneidplatte
CLHalterformergibt zusammen mit der Plattenform den Einstellwinkel
2NFreiwinkel der Plattewie bei der Wendeschneidplatte
DRWerkzeugausführungR Rechtsausführung, L Linksausführung, N neutrale Ausführung
E16Schafthöhe in mm
F16Schaftbreite in mm
GHWerkzeuglängeH 100, K 125, M 150, P 170, Q 180, R 200, S 250, T 300, U 350, V 400, W 450, Y 500 mm
509Plattengrößewie bei der Wendeschneidplatte

Bohrstange für die Innenbearbeitung

A
H
25
J
T
G
-
S
B
C
1
L
C
C
2
R
D
09
5
StelleBeispielBedeutungMögliche Werte
HAArt der BohrstangeS einteilige Stahlbohrstange, A konventionelle Bohrstange mit innerer Kühlschmierstoffzufuhr
J25Bohrstangendurchmesser in mm
GTWerkzeuglängeT = 300 mm, weitere Werte wie beim Außenhalter
B, 1, C, 2, D, 5SCLCR 09Spannsystem, Plattenform, Halterform, Freiwinkel, Ausführung, Plattengrößewie beim Außenhalter

Steht vor der Bezeichnung zusätzlich z. B. C3-, handelt es sich um ein Werkzeug mit Coromant Capto® Kupplung; die Zahl gibt die Kupplungsgröße an.

Nach Sandvik Coromant CoroKey®, Bestellnummernschlüssel für Wendeplatten und Werkzeughalter.

Probleme beim Drehen und ihre Abhilfe

Die häufigsten Störungen beim Drehen mit Wendeschneidplatten, ihre Ursachen und die passende Abhilfe.

Spankontrolle

ProblemUrsacheAbhilfe
Zu harter Spanbruch: sehr kurze, oft aneinanderhaftende Späne, verkürzte Standzeit bis zum PlattenbruchVorschub zu hoch für die gewählte GeometrieGeometrie für höhere Vorschübe wählen, vorzugsweise eine einseitige Platte; Vorschub reduzieren
Eckenradius zu kleinGrößeren Eckenradius wählen
Ungeeigneter EinstellwinkelHalter mit kleinstmöglichem Einstellwinkel wählen (45° bis 75°)
Lange, ungebrochene Späne wickeln sich um Werkzeug oder WerkstückUngeeigneter EinstellwinkelHalter mit größtmöglichem Einstellwinkel wählen (90°)
Eckenradius zu großKleineren Eckenradius wählen
Schnitttiefe zu gering für die gewählte GeometrieSchnitttiefe erhöhen oder Geometrie mit besseren Spanbrucheigenschaften wählen
Vorschub zu gering für die gewählte GeometrieVorschub erhöhen, Geometrie mit besseren Spanbrucheigenschaften wählen, Werkzeug mit Hochdruck-Kühlschmierstoffzufuhr einsetzen

Oberflächengüte und Gratbildung

Typische Anzeichen: Grat beim Austritt der Schneide aus dem Werkstück, eine „haarige“ Oberfläche oder nicht eingehaltene Maßgenauigkeit.

UrsacheAbhilfe
Zu hoher Vorschub in Kombination mit zu kleinem Eckenradius erzeugt eine raue OberflächeWiper-Platte oder größeren Eckenradius wählen; Vorschub reduzieren
Kerbverschleiß im Bereich der Schnitttiefe oder AusbröckelnSchnitt mit einer Fase oder einem Radius beenden; Halter mit kleinem Einstellwinkel wählen
Faserige Oberfläche durch übermäßigen KerbverschleißSorte mit höherer Widerstandsfähigkeit gegen Oxidationsverschleiß wählen, z. B. Cermet; Schnittgeschwindigkeit verringern
Schneidkante nicht scharf genug oder Vorschub zu gering für den EckenradiusPlatten mit scharfen Schneidkanten verwenden: PVD-beschichtet, bei Vorschüben unter 0,1 mm/U geschliffen
Späne brechen am Werkstück und hinterlassen Spuren auf der OberflächeGeometrie wählen, die die Späne weglenkt; Einstellwinkel ändern; Schnitttiefe verringern; positives Werkzeugsystem mit neutralem Neigungswinkel wählen

Vibrationen

Vibrationen und Rattermarken entstehen durch hohe Schnittkräfte oder eine instabile Aufspannung, typisch bei der Innenbearbeitung mit Bohrstangen.

UrsacheAbhilfe
Plattengeometrie erzeugt hohe SchnittkräftePositive Schneidengeometrie wählen
Werkzeug nicht richtig positioniertMittenhöhe überprüfen
Schwankende oder zu niedrige Schnittkräfte durch geringe SchnitttiefeEtwas größere Schnitttiefe wählen, damit die Platte schneiden kann
Zu harter Spanbruch und dadurch hohe SchnittkräfteVorschub reduzieren oder Geometrie für höhere Vorschübe wählen
Übermäßiger FreiflächenverschleißSchnittgeschwindigkeit reduzieren, verschleißfestere Sorte wählen
Ungeeigneter Eckenradius oder negative FasePositivere Geometrie oder eine Sorte mit dünnerer Beschichtung bzw. eine unbeschichtete Sorte wählen
Eckenradius zu großKleineren Eckenradius wählen
Ungeeigneter EinstellwinkelGrößtmöglichen Einstellwinkel wählen (90°)
Instabile Aufspannung der BohrstangeEinspannlänge der Bohrstange vergrößern; für zylindrische Bohrstangen EasyFix wählen
Langer ÜberhangÜberhang reduzieren, größtmöglichen Bohrstangendurchmesser wählen, schwingungsgedämpfte Bohrstange (Silent Tools) oder Hartmetallstange einsetzen

Verschleiß an der Wendeschneidplatte

VerschleißartUrsacheAbhilfe
FreiflächenverschleißReibung am Werkstoff trägt Schneidstoff an der Freifläche ab. Die häufigste Verschleißart und das erwünschte Verschleißbild.Schnittgeschwindigkeit reduzieren und gleichzeitig den Vorschub erhöhen
KolkverschleißDer Span reibt auf der Spanfläche (chemischer Verschleiß).Schnittgeschwindigkeit reduzieren; Platte mit passender Geometrie und verschleißfestere Sorte wählen
Plastische VerformungHohe Schnittkräfte und Temperaturen verformen die Schneidkante dauerhaft.Sorte mit höherer Warmhärte wählen; Beschichtungen verbessern den Widerstand
KerbverschleißSchaden an der Hauptschneide bei maximaler Schnitttiefe; bei einsatzgehärteten Werkstoffen und Grat besonders ausgeprägt.Kleinen Einstellwinkel wählen und/oder die Schnitttiefe variieren
SchneidenausbrücheMeist eine Kombination aus thermomechanischem und abrasivem Verschleiß.Die Maßnahme hängt vom Verschleißmechanismus ab; Ursache zuerst ermitteln
KammrisseRisse quer zur Schneidkante durch schnelle Temperaturwechsel.Zähere Platte wählen; Kühlschmierstoff in großen Mengen oder gar nicht einsetzen
AbplatzungenWerkstoff klebt an der Schneide, die Beschichtung löst sich.Schnittgeschwindigkeit erhöhen; Platte mit dünnerer Beschichtung wählen
AufbauschneideWerkstoff lagert sich auf der Spanfläche an (adhäsiver Verschleiß).Schnittgeschwindigkeit erhöhen; bei weichen, klebenden Werkstoffen eine schärfere Schneide einsetzen
SchneidkantenbruchZu hohe Belastung, oft nach zu weit fortgeschrittenem Verschleiß durch falsche Schnittdaten oder instabile Aufspannung.Ursprüngliche Verschleißart ermitteln, Schnittdaten korrigieren, Stabilität der Aufspannung prüfen

Der Freiflächenverschleiß sollte das Richtmaß von 0,5 mm nicht überschreiten.

Nach Sandvik Coromant Schulungshandbuch Zerspanungstechnologie, Kapitel Problembehebung und Werkzeugverschleiß.

Häufige Fragen zur Werkzeugauswahl beim Drehen

Wie finde ich die richtige Wendeschneidplatte zum Drehen?

Nach der Auswahllogik von Sandvik Coromant CoroKey® in drei Schritten: Zuerst den Werkstoff der passenden ISO-Gruppe zuordnen (P, M, K, N, S oder H). Dann die Art der Bearbeitung festlegen, also Schlichten, mittlere Bearbeitung oder Schruppen. Zuletzt die Bearbeitungsbedingungen einschätzen, also gut, mittel oder schwierig. Daraus ergeben sich Geometrie und Sorte der Platte. Die Auswahlhilfe auf dieser Seite führt Schritt für Schritt durch diese Fragen.

Was bedeutet die Bezeichnung CNMG 09 03 08-PF?

C steht für eine rhombische Platte mit 80° Spitzenwinkel, N für 0° Freiwinkel an der Hauptschneide, M für die Toleranzen und G für den Plattentyp. 09 ist die Schneidkantenlänge, 03 die Plattendicke und 08 der Eckenradius von 0,8 mm. Die Endung -PF ist die Geometrie des Herstellers: P für Stahl, F für Schlichten.

Welche Wendeschneidplatten passen in meinen Drehhalter?

Platte und Halter passen zusammen, wenn Plattenform, Freiwinkel und Plattengröße übereinstimmen. Beim Halter DCLNR 1616H 09 sind das C (rhombisch 80°), N (0° Freiwinkel) und 09 (Schneidkantenlänge). Passend sind also Platten, deren Bezeichnung mit CN beginnt und die Größe 09 haben. In der Auswahlhilfe können Sie Ihre Halterbezeichnung eingeben und bekommen die passenden lieferbaren Platten angezeigt.

Wann nehme ich T-Max® P und wann CoroTurn® 107?

T-Max® P ist für die Außenbearbeitung vom Schruppen bis zum Schlichten gedacht und für die Innenbearbeitung großer Bohrungen mit kleinen Überhängen bei stabilen Bedingungen. CoroTurn® 107 ist für die Außenbearbeitung kleiner, langer und schlanker Werkstücke gedacht. Bei der Innenbearbeitung ist es erste Wahl für kleine und mittlere Bohrungsdurchmesser sowie große Überhänge. Positive Platten wie CoroTurn® 107 erzeugen niedrigere Schnittkräfte.

Welcher Eckenradius ist der richtige?

Die Schnitttiefe sollte mindestens so groß sein wie der Eckenradius. Für eine stabile Schneide den größtmöglichen Eckenradius wählen, bei Neigung zu Vibrationen einen kleineren. Sandvik Coromant nennt für T-Max® P als erste Wahl 0,8 mm zum Schlichten und für die mittlere Bearbeitung sowie 1,2 mm zum Schruppen.

Was ist eine Wiper-Wendeschneidplatte?

Wiper-Platten haben einen leicht veränderten Eckenradius und sind für die Vor- bis Schlichtbearbeitung gedacht. Mit ihnen lässt sich der Vorschub verdoppeln, ohne dass die Oberflächengüte leidet, oder bei gleichem Vorschub eine bessere Oberfläche erreichen. Beim Rückwärts- und Profildrehen ist die Wiper-Schneide wirkungslos. Sie erkennen Wiper-Platten z. B. an den Geometrien -WF und -WMX.

Welche Sorte brauche ich bei schwierigen Bedingungen?

Schwierige Bedingungen sind laut CoroKey® Schnittunterbrechungen, niedrige Schnittgeschwindigkeiten, schwere Guss- oder Schmiedehaut und eine instabile Werkstückaufspannung. Dafür ist eine zähere Sorte richtig, bei guten Bedingungen eine verschleißfestere. Die Auswahlhilfe zeigt für jede Bedingung die passende Sorte aus dem aktuellen Sandvik-Programm.

Was hilft gegen lange, ungebrochene Späne?

Mögliche Ursachen sind ein zu kleiner Vorschub oder eine zu geringe Schnitttiefe für die gewählte Geometrie, ein zu großer Eckenradius oder ein ungeeigneter Einstellwinkel. Abhilfe schaffen ein höherer Vorschub oder eine größere Schnitttiefe, eine Geometrie mit besseren Spanbrucheigenschaften, ein kleinerer Eckenradius, ein Halter mit 90° Einstellwinkel oder Hochdruck-Kühlschmierstoff.

Sind alle angezeigten Wendeschneidplatten lieferbar?

Die Auswahlhilfe zeigt nur Platten, die Sandvik Coromant als lieferbar führt. Die Daten werden jeden Monat aktualisiert. Über den Link „Im Shop“ bestellen Sie die Platte direkt im Güldner-Shop für Gewerbekunden.

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